Haller-Index: Was er misst, wie er berechnet wird und Rechner
Von Javier Santana, Gründer von Pectus Academy · Aktualisiert im Oktober 2026
Kurz gesagt: Der Haller-Index ist die innere Breite des Brustkorbs geteilt durch den Abstand zwischen Brustbein und Wirbelsäule, beides im CT gemessen. Bis 2,5 gilt als normal, über 3,2 spricht man von einer schweren Fehlbildung. Er ist ein Anhaltspunkt, kein Urteil: Ob operiert werden muss, entscheidet er allein nicht.
Wie wird er berechnet?
In der CT-Schnittebene, in der die Einsenkung am tiefsten ist, werden zwei Maße genommen: die größte innere Breite des Brustkorbs von einer Seite zur anderen und der kürzeste Abstand zwischen der Rückseite des Brustbeins und der Vorderseite der Wirbelsäule. Der Index ist das erste Maß geteilt durch das zweite.
Beispiel: 260 mm Breite und 65 mm zwischen Brustbein und Wirbelsäule ergeben einen Index von 4,0.
Haller-Index-Rechner
Haller-Index: —
Die beiden Maße stehen im CT-Befund oder du bekommst sie von der Radiologin bzw. dem Radiologen. Versuch nicht, sie aus einem Foto abzulesen. Der Rechner speichert und versendet nichts.
Was bedeuten die Werte?
| Haller-Index | Wie er eingeordnet wird |
|---|---|
| Bis 2,5 | Normal. |
| Zwischen 2,5 und 3,2 | Grauzone. |
| Über 3,2 | Schwere Fehlbildung. In der ursprünglichen Studie von Haller lagen alle Patienten, die operiert werden mussten, über 3,25 und alle Kontrollpersonen darunter. |
Warum reicht der Index allein nicht?
Weil er Menschen mit und ohne Trichterbrust nicht sauber voneinander trennt. In einer Studie mit 252 Patienten und 220 Personen ohne Trichterbrust überschnitt sich der Haller-Index bei fast der Hälfte der Patienten (47,8 %) mit dem der Kontrollpersonen.
Deshalb wurden andere Maße vorgeschlagen. Der Korrekturindex (Correction Index) berechnet, welchen Prozentsatz der Brustkorbtiefe die Einsenkung einnimmt, und trennte in derselben Studie Patienten und Kontrollpersonen ohne Überschneidung. Bei asymmetrischen Fällen wird zusätzlich ein Asymmetrie-Index verwendet.
Auch über eine OP entscheidet er nicht: Der Hauptgrund für eine Operation ist, dass die Einsenkung Herz oder Lunge beeinträchtigt – nicht die Zahl und nicht die Optik.
Welche Untersuchungen kommen dazu?
- CT, das mehr Details zeigt als ein Röntgenbild.
- Herzultraschall (Echokardiografie), um zu sehen, ob das Herz eingeengt wird.
- Lungenfunktionstests.
- Belastungstest, der Einschränkungen aufdecken kann, die in Ruhe nicht auffallen.
Und wenn ich kein CT habe?
Dann kannst du deinen Haller-Index nicht kennen – und das ist in Ordnung. Ein CT bedeutet eine Strahlenbelastung, und ob es nötig ist, entscheidet die Ärztin bzw. der Arzt. Wenn du wissen willst, ob deine Trichterbrust leicht oder schwer ist, lies, wo die Grenze liegt und wann du zum Arzt solltest. Und wenn du wissen möchtest, was sich ohne OP tun lässt, fang mit dem an, was die Studienlage sagt.
Dieser Inhalt dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wir versprechen kein bestimmtes Ergebnis.
Quellen
- Sharma G, Carter YM. Pectus Excavatum. StatPearls, aktualisiert am 15. Februar 2026. ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK430918
- Haller JA, Kramer SS, Lietman SA. Use of CT scans in selection of patients for pectus excavatum surgery: a preliminary report. Journal of Pediatric Surgery, 1987.
- St Peter SD, Juang D, Garey CL et al. A novel measure for pectus excavatum: the correction index. Journal of Pediatric Surgery, 2011;46(12):2270-2273.
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